Vorteil der Gruppe, anderen geht es ähnlich wie mir.

Wenn ich meine Arbeit vorstelle und dabei erzähle, dass die meisten Angebote in Gruppen stattfinden, höre ich oft Skepsis. „Da kann ja gar nicht auf meine individuellen Bedürfnisse Rücksicht genommen werden.“ „Ich kann mich vor einer Gruppe nicht so öffnen.“ … Es gibt viele Vorbehalte gegen die Gruppenarbeit. Wenn ich zum Abschluss der Gruppenarbeit nachfrage, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders unterstützt hat, dann wird häufig die Gruppe genannt. Hier mal einige Aussagen aus den Auswertungsbögen: „Die Gruppenarbeit hat mir das Gefühl gegeben, nicht allein mit meinen Problemen und kein Exot zu sein.“ oder„Die Gemeinsamkeiten entdecken; dadurch, dass man sich vorher nicht kannte, gab es keine Vorurteile.“, „… weil es gut tut zu hören, dass es anderen ähnlich geht.“, „Die Erkenntnis, dass starke Frauen auch Probleme haben und dies auch zulassen.“

Es ist gerade das Erlebnis, es geht anderen genauso oder ähnlich wie mir. Ich bin nicht allein. Mit diesen Aussagen wird unterstrichen, es wird als Entlastung erlebt, dass es anderen genauso wie mir ergeht.

Eine Teilnehmerin aus einem Elternkurs sagte: „Allein dadurch, dass ich weiß, jetzt um 4:00 Uhr morgens bin ich nicht alleine wach mit meinem schreienden Kind, kann ich die Situation besser ertragen.“ Vorher hat sie sich  isoliert gefühlt. Von anderen Eltern zu hören, es geht uns genauso, war eine Befreiung. Jeder Mensch möchte sich dazugehörig fühlen, durch das Erlebnis des Gemeinsamen wird die vorher gespürte Isolation aufgehoben.

Aus meiner Supervisionsgruppe habe ich eine Teilnehmerin in Erinnerung, die besonders von der Gruppe profitierte. Sie war vor drei Jahren im Alter von Anfang 40 von ihrem Mann verlassen geworden. Jetzt lebt sie mit ihren beiden jugendlichen Kindern allein. Sie sucht in der Gruppe den Austausch über berufliche Themen, den sie nicht mehr bei ihrem Partner hat und bei ihren Kindern nicht suchen will. Andere TeilnehmerInnen wollen ihre Familie und ihre Partner nicht belasten und versuchen ihre beruflichen Themen zu Hause auszuklammern. Da wirkt es sehr entlastend, die anderen TeilnehmerInnen zu erleben.

 

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