Vorbild nein, oder doch?

Huijuijui, da hast du was ausgelöst mit deiner Anfrage zur Blogparade: http://blog.unkrig-personalcoaching.de/wordpress/blogparade-blogkarneval-vorbild-2016/ lieber Jörg Unkrig, in der du eingeladen hast, Artikel zum Thema Vorbild zu schreiben. Eigentlich wollte ich sofort absagen, weil ich im Moment mein Thema: Stärken stärken weiter voran bringen will.
Aber, seit der Anfrage, dachte ich immer wieder über Vorbilder nach. Und das spannende für mich ist, ich weiß während des Schreibens noch gar nicht so genau, wie meine Antwort zu Vorbildern ausfallen wird. Ich bin da (noch ;-) ) nicht so klar, merke ich. Es schwankt hin und her. Üblicherweise habe ich eine Botschaft, die ich gerne teilen möchte und diesmal ist es anders und neu.

Verwirrung

Die erste Reaktion war, ich habe kein Vorbild. Was soll ich denn dazu schreiben. Ich bin ich. Und einem Vorbild nachzueifern, das passt nicht zu mir.
In meiner Jugend hätte ich gerne ein Vorbild gehabt und keins gefunden. Da hatte ich Orientierung gesucht und immer schnell festgestellt, die „offiziellen Vorbilder“, also die, die uns in Jugendgruppen und in der Schule vorgestellt wurden, passen nicht zu mir. Ich glaube, die waren alle viel zu weit weg von mir. Da hätte ich mich dann klein gefühlt und wer will das schon. Ich bestimmt nicht.

Aber mit der Antwort, kein Vorbild zu haben, war ich noch nicht zufrieden und bei verschiedenen Gelegenheiten, kam der Gedanke an Vorbilder wieder hoch. Häufig, wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, gehen meine Gedanken auch spazieren. Deshalb auch das Beitragsbild mit meinem Hund. ;-) Dabei begegnet mir im Moment immer wieder der Gedanke an die Blogparade und die Vorbilder. Es war wie ein Ball, den ich wegwerfe, mein Hund legt ihn mir wieder vor meine Füße. Diese spontane NEIN zu Vorbildern wollte ich nicht so stehen lassen.

Inspirationen

Nein ich habe kein Vorbild,… aber ich lasse mich sehr gerne von anderen Menschen inspirieren. Bei Fortbildungen bin ich begeistert, wenn die Dozentin es schafft, mich in einen Zustand zu bringen, bei dem ich gut lernen kann. Bei meinen eigenen Veranstaltungen nutze ich dann das Erlernte.

Bei Menschen, die schlimme Schicksale bewältigen, lasse ich mich davon inspirieren, wie sie es schaffen, nicht aufzugeben.

Bei allen Fachbüchern bin ich immer wieder bei den Gedanken, kann ich das umsetzen und wie könnte ich das umsetzen. Bei Webinaren, Veröffentlichungen von Coaches immer wieder lasse ich mich inspirieren. Aber Vorbilder sind das für mich nicht.

Wenn ich mich mit dem Begriff Vorbild auseinandersetze, ist da einmal das Wort „Bild“. Also ich mache mir ein Bild von einer Person. Dann das Wort „vor“. Vor mir habe ich ein Bild, das ich anerkenne und bewundere. Ja, da fallen mir viele Menschen dazu ein.

Mir sind während der Hunderunde so viele Menschen eingefallen, die mich immer wieder inspirieren, meinem Leben einen Impuls gegeben haben. Diesen Menschen bin ich sehr dankbar.

Ich bin selbst mein Vorbild

Das hört sich jetzt sehr gewagt an, aber dieser Gedanke tauchte auch auf und setzte sich fest.

Ich meine damit, dass jede und jeder ein Vorbild für sich selbst sein kann und auch sein sollte. Wir sind selbst gute Experten für uns.

Gerade bei Problemen oder in schwierigen Zeiten, empfinde ich es als sehr hilfreich, nach Ressourcen zu suchen. So mache ich das mit meinen Klientinnen und auch mit mir. Ich stelle dann die Frage: „Als ich in einer ähnlichen Situation war, wie habe ich es geschafft mit der Situation umzugehen? Welche meiner Stärken sind da jetzt hilfreich?“ Jetzt bin ich doch bei meinem Herzensthema angekommen, den Stärken. So ist das halt mit Herzensthemen.

Ein Beispiel, um es anschaulicher zu machen.

Mit einem Klienten, der von Arbeitslosigkeit bedroht war und ziemlich verzweifelt war, habe ich seine Stärken gesucht. Da fanden sich sehr viele, wovon er sehr überrascht war. Wir haben vergangene Vorstellungsgespräche von ihm besprochen, die schon erfolgreich waren. Auch da haben wir Stärken von ihm gefunden.

Die Stärken haben wir mit einer Geste und inneren Bildern verankert. Er konnte anschließend jederzeit an seine Stärken anknüpfen. Sich stärker fühlen. Mit diesem Gefühl ist er in das nächste Bewerbungsgespräch gegangen. Das Vorstellungsgespräch ist sehr gut verlaufen und mittlerweile hat er die Stelle bekommen.

Das meine ich mit sein eigenes Vorbild sein. Er hat sich nur an sich selbst orientiert und auf seine Stärken geschaut.

Danke für diese Blogparade, es hat mir Freude gemacht und am Ende ist mir einiges klarer geworden.

Jetzt bin ich natürlich neugierig, wie geht es Ihnen mit Vorbildern? Gerne können Sie in den Kommentaren dazu antworten.
Herzerfrischende Grüße,
Barbara Schmidt-Onyd


Kommentare

Vorbild nein, oder doch? — 1 Kommentar

  1. Liebe Barabara,

    mir ging es beim Lesen deines Beitrages ähnlich wie dir als ich dich eingeladen habe an meiner Blogparade teilzunehmen. Was soll von jemandem kommen, der selbst keine Vorbilder hat? Und im Laufe des Lesens wurde mir klar, dass ein jeder ein kleines Mosaiksteinchen zum Ganzen beiträgt, um das Bild zum „Vorbild“ zu ergänzen. Vielen Dank für deine Impulse.

    Jörg

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