Mitgefühl für mich und andere

MitgefühlMitgefühl für uns und für andere, das hört sich großartig an. Bis vor 2 Jahren hätte ich nicht gedacht, dass dieses durch eine Meditation wachsen kann. Inzwischen gehen mir die Sätze, die in der folgenden Meditation gesprochen werden, häufig durch den Kopf. Und es fühlt sich wunderbar an. Sie hat mich schon durch manche schwierige Tage und Situationen begleitet. Es ist die Liebende Güte oder auch Metta-Meditation genannt.

Dieses ist der 4. Artikel zum Thema Achtsamkeit. Die ersten drei sind hier nachzulesen:

  1. Im Körper zu Hause sein – Bodyscan
  2. Atemmeditation – Achtsamkeit
  3. In der Stille werden Gedanken laut

Was ist die Liebende-Güte(Metta)-Meditation?

Sie wird im Buddhismus schon sehr lange praktiziert. Metta bedeutet soviel wie Freundlichkeit. Es wird eine freundlich-wohlwollende Haltung gegenüber allen fühlenden Wesen geübt. Dabei wird zu Beginn sich selbst Gutes gewünscht. Im nächsten Schritt schenken wir einem Menschen den wir lieben diese Wünsche. Im dritten Schritt richten wir diese guten Wünsche auch an einen Menschen, mit dem wir es im Moment nicht so leicht haben.

Mitgefühl für mich

Für mich ist es stimmig, bei sich selbst anzufangen. Ich erlebe es so häufig, dass gerade Frauen das Gefühl haben, nur zu geben und nicht genug zu bekommen. Bei dieser Meditation stehst du an erster Stelle. Ganz im Sinn von Mahatma Gandhi:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

Wenn du mehr Mitgefühl, Liebe, Glück, Friede und Gesundheit für die Welt wünscht, kannst du bei dir selbst beginnen.

Die 4 Sätze, die innerlich nachgesprochen werden, lauten:

Möge ich glücklich sein.
Möge ich mit Liebe und Leichtigkeit durchs Leben gehen.
Möge ich gesund sein.
Möge ich mich sicher und geborgen fühlen.

Es ist kein wollen oder müssen. Zu Beginn steht immer das Wort „mögen“. Etwas ungewohnt vielleicht, aber sehr passend, finde ich.

Mitgefühl für Menschen die wir lieben

Die Wünsche an die Menschen zu richten, die ich liebe, bringt mir ein sehr verbundenes Gefühl. Das gefällt mir immer sehr.

Es ist auch viel schöner innerlich die guten Wünsche zu schicken, als sich Sorgen zu machen. Immer häufiger wenn ich merke, ich mache mir Gedanken um ein Familienmitglied oder eine Freundin, einen Freund, mache ich die Liebende-Güte-Meditation. Das tut mir richtig gut.

Die Sätze für jemanden, den wir lieben oder sehr mögen heißen:

Mögest du glücklich sein.
Mögest du mit Liebe und Leichtigkeit durchs Leben gehen.
Mögest du gesund sein.
Mögest du dich sicher und geborgen fühlen.

Mitgefühl für einen Menschen mit dem wir es gerade schwer haben

Das ist vielleicht der schwierigste Teil. Jemanden, über den ich mich ärgere, mit dem ich einen Konflikt habe, der mich einfach nervt, dem gute Wünsche zu schicken. Das stößt zu Beginn vielleicht auf Abwehr. Mir sind da zwei Punkte wichtig:

  1. Wir sind alle Wesen hier auf der Welt, die versuchen glücklich, gesund und frei zu leben. Der Mensch mit dem ich ein Problem habe genauso wie ich. Ich muss noch lange nicht alles gut finden, was andere machen. Es ist auch wichtig, dass ich auf meine Grenzen achte.
    Mit den guten Wünschen komme ich in eine andere Stimmung und gehe raus aus dem Ärger mit dieser Person.
  2. Genau das ist der zweite Punkt. Wenn ich mich ärgere, geht es mir schlecht. Es ist körperlich zu spüren und kann auf Dauer auch krank machen. Wenn ich durch die Liebende-Güte-Meditation mein Mitgefühl für den anderen wachsen lasse, tue ich auch etwas für mich.

Die Sätze für jemanden, mit dem wir es im Moment nicht so leicht haben, lauten:

Mögest du glücklich sein.
Mögest du mit Liebe und Leichtigkeit durchs Leben gehen.
Mögest du gesund sein.
Mögest du dich sicher und geborgen fühlen.

Beim ersten Üben dieser Meditation ist es vielleicht gut, einen Menschen zu wählen, der uns nur ein wenig nervt.

Hier die Videoanleitung:

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Meine Erfahrungen

Ich habe beispielsweise diese Meditation schon in unterschiedlichen Situationen eingesetzt. Wenn ich mir Sorgen um eine andere Person machte. Oder, wenn ich mich gedanklich ständig um eine Person gedreht habe.

Beeindruckt war ich von einer Situation in einer Gruppe in der mich eine Teilnehmerin ständig sehr herausforderte. Vor dem nächsten Treffen nahm ich sie mit in meine Liebende-Güte-Meditation. Ich merkte wie ich mich entspannte. Das Zusammentreffen war anschließend sehr erfreulich. Ich war ganz verdutzt und konnte gar nicht glauben, wie verändert unser Verhältnis war.

Weiter oben schrieb ich schon, dass mir die Sätze regelmäßig durch den Kopf gehen. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, wenn ich mir Gedanken über andere Menschen mache und denke die- oder derjenige könnte etwas besser machen, löse ich mich von dem Gedanken, indem ich mir sage: mögest du glücklich sein.

Wissenschaftliche Untersuchungen

In den letzten Jahren wurde gerade die Liebenden-Güte-Meditation wissenschaftlich untersucht. Eine Wissenschaftlerin die dazu geforscht hat,  ist die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Tania Singer. Über ihre Forschung hat sie ein 30 minütiges Interview auf 3 Sat gegeben. Bitte hier klicken: Interview mit Tanja Singer.


Barbara Schmidt-Ontyd

Ganz viel Freude wünsche ich dir mit der Meditation. Berichte mir doch, wenn du magst in den Kommentaren von deiner Erfahrung.
Herzerfrischende Grüße,
Deine Barbara Schmidt-Ontyd

 


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