Die Sichtbarkeit

Der Drachen und die Sichtbarkeit – Persönlichkeitsentwicklung

„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Und wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.“

Henry David Thoreau

Heute mal eine märchenhafte Geschichte, in der es darum geht, Potential, das im Verborgenen liegt, sichtbar werden zu lassen.

Was hat ein Drachen mit der Persönlichkeitsentwicklung zu tun, werden Sie sich fragen. Drachen kennen wir aus verschiedenen Märchen und Sagen. Häufig beschützt ein Drachen einen Schatz und nur wahre Helden schaffen es, diesen Schatz zu befreien, den Drachen zu töten oder in die Flucht zu schlagen. Dann ist der Drachenhort befreit und der Schatz gehört dem Helden der Geschichte.

Solch einen Drachen haben wir natürlich nicht in uns. Ich erlebe es aber häufiger, dass Menschen die zu mir zum Coaching kommen, von einer Idee begeistert sind. Sie sind überzeugt, dass es sie weiterbringt, wenn sie ihr Verhalten verändern oder sich für einen Weg entscheiden. Sie könnten zufriedener und glücklicher werden, um in der Märchensprache zu bleiben, sie könnten ihren Schatz vergrößern.

In dieser Geschichte nenne ich die Klientin Frau Wundervoll. Frau Wundervoll hat den großen Wunsch, dass sie sich endlich mit ihren Fähigkeiten zeigen kann. Sie wünscht sich so sehr, dass ihr Schatz sichtbar wird und sie ihn als Schmuckstück offen tragen kann und sie sogar Anerkennung für Ihren Schatz, ihre Fähigkeiten bekommt.

Nur die Veränderungen die sie anstrebt werden nicht umgesetzt, Frau Wundervoll kommt nicht ins Handeln. Der Schatz bleibt weiter im Verborgenen, geschützt, damit ihm nichts passiert. Nur wer ist das, der den Schatz  bewacht?

Stellen wir uns mal vor, es ist ein Drachen, der die Aufgabe hat, den Schatz zu schützen. So ein Drachen sorgt dafür, dass dem Schatz nichts passiert. Der Schatz darf nicht verloren gehen und auch nicht beschmutzt werden. Der Drache kennt nur eine Wahl, der Schatz muss verborgen bleiben und der Mensch kann sein Potential nicht entfalten.

In manchen Märchen werden die Drachen bekämpft, um den Schatz zu befreien, und das mit sehr ungewissem Ausgang. Andererseits gibt es auch die Geschichten, das der Drache dem Helden drei Aufgaben stellt, die es zu lösen gilt.

Unsere drei Aufgaben lauten:

Die gute Absicht des Drachen anerkennen

Die Aufgabe einen Schatz zu hüten ist eine schwierige Aufgabe. Die Verlockungen sind groß den Schatz von Frau Wundervoll einfach offen zu legen. Aber was könnte da alles passieren, diese Überlegung hat der Drache. Der Schatz könnte wertlos sein, da wäre Frau Wundervoll blamiert. Sie könnte mit dem offen getragenen Schatz an die falschen Leute geraten, sich lächerlich machen oder des Schatzes beraubt werden. Der Drache hat einiges an Erfahrungen, die Frau Wundervoll gemacht hat, gesammelt und zeigt ihr sobald sie den Schatz öffentlich machen will diese Erfahrungen auf. Sie kann dem Drachen dankbar sein, dass er sie davor beschützt, nicht sofort unseren Schatz jedem zu zeigen. Sondern erst zu fragen: „ist es sicher für mich?“

Den Drachen zum Verbündeten machen

Nachdem Frau Wundervoll die gute Absicht des Drachen anerkannt hat, ist die zweite Aufgabe, mit dem Drachen zu kooperieren. Der Drachen ist weiter für die Sicherheit des Schatzes verantwortlich. Er bekommt die Aufgabe neben dem Schatz auch sichtbar zu werden und seine Bedenken auch offen zu zeigen. So können sowohl die Schätze als auch die Bedenken gelebt werden.

Den Schatz vergrößern

Die dritte Aufgabe, die der Drache stellt, ist den Schatz zu vergrößern. Wenn Frau Wundervoll ihre Schätze zeigt, werden sie sichtbarer, andere sehen ihre Fähigkeiten, ihr Können. Wenn sie gut damit umgeht, ergeben sich dadurch viele Möglichkeiten,  zufriedener und glücklicher zu werden, also ihren Schatz zu vergrößern.

Damit könnte unsere Drachengeschichte schon zu Ende sein. Mit dem Schlusssatz: „Und Frau Wundervoll lebte glücklich bis ans Ende ihrer Tage.“

PapierdrachenDen Drachen kennen lernen

Manchmal lohnt es sich auch, sich seinen Drachen genau anzusehen. Da geht man vielleicht davon aus, dass der Drache mächtig ist und sobald einer zu nahe kommt Feuer speit. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass der Drache so reagiert, wir schauen gar nicht mehr, wie der Drachen im Moment aussieht.
Vielleicht ist es mittlerweile ein Papierdrache geworden, der sich in einem Baum verfangen hat. Von dem gar keine Gefahr mehr ausgeht. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass ein Drache auf unseren Schätzen sitzt, dass wir ihn als unveränderbare Tatsache akzeptieren. Dabei lohnt es sich, für sich selbst, seinen Drachen genau zu kennen.

Es gibt immer Wege, mit seinem Drachen umzugehen, damit der eigene Schatz sichtbar werden kann.

Schatzkärtchen und Schatzkästchen

Für mein Coaching habe ich Schatzkärtchen und Schatzkästchen entwickelt, damit die Schätze entdeckt und sichtbarer werden.

Drachen (1 von 1)

 


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