Die Bedenkenträger, Pessimisten, Schwarzseher

 

Da sind sie wieder die Bedenkenträger. Die, die das Schlechte schon kommen sehen. Die Pessimisten und Schwarzseher.

Bei dem guten Wetter steigt die Sorge, dass es schlechter wird.

Im Moment fällt es mir wieder verstärkt auf, dass wenn ich etwas Positives erwähne, mir häufig damit geantwortet wird, dass es dafür bald schlechter werden wird. Ich freue mich an dem schönen Wetter und bin im Vorgarten, um meine Stauden zurück zu schneiden, da bekomme ich als Antwort: „Das ist aber viel zu früh mit der Wärme und wenn jetzt noch Frost kommt, dann geht alles kaputt.“Oder beim Spazieren gehen erzählt mir jemand, auch auf meine Aussage, dass das Wetter so toll ist: “ Wir werden bestimmt eine Insektenplage bekommen, weil es kaum Frost gegeben hat.“ Auch mein Mann erzählte mir ein ähnliches Gespräch von einem Taxifahrer, der im gesagt hatte, dass wir bestimmt einen schlechten Sommer bekommen werden, weil es jetzt schon so schön ist.

Diese Bedenkenträger gibt es nicht nur in Bezug auf das Wetter.

  • Es läuft mit den Kindern gerade richtig gut und als Familie gibt es jetzt immer ganz entspannte Sonntage – aber die nächste schwierige Phase kommt ja bestimmt. Wir sind ja noch nicht durch die Pubertät.
  • Gesundheitlich geht es schon viel besser, wer weiß, was jetzt wieder kommt.
  • Die letzte Teamsitzung war richtig entspannt. Wir konnten gut alle Punkte hintereinander abarbeiten. Aber wie das wird wenn wir wieder mehr Druck haben, bestimmt wird das die Katastrophe.

Der Mensch hat ein „katastrophisches Gehirn“ (Martin Seligman, Pionier der positiven Psychologie), das mehr das Negative registriert, als das Positive. Früher hat dieses Denken zum Überleben des Menschen geführt. Er hat sich auf das konzentriert, was schieflaufen konnte. Deshalb konnte Vorsorge getroffen werden. Die Zeiten haben sich für uns geändert, aber dieses zum Katastrophisieren neigende Gehirn haben wir heute noch. Das verhindert,  dass wir das Positive wahrnehmen. So haben bei den meisten Menschen die negativen Gedanken und Gefühle eine Vormachtstellung.

Früher wäre ich auch auf die negativen Gedanken eingestiegen und hätte mir das negative ausgemalt, um weiter zu überlegen, wie die Katastrophe aussehen könnte. Ich hätte sie mir in allen Details angesehen, bestimmt wären mir weitere schlimme Möglichkeiten eingefallen. Die hätten in meinem Denken so viel Raum eingenommen, dass ich das Positive gar nicht mehr wahrgenommen hätte, oder direkt als Bedrohung eingestuft hätte.

Heute merke ich sehr schnell, wenn mich Gedanken herunter ziehen wollen und ich entgegne meinem Gegenüber zum Beispiel: „Ja, wir wissen nicht, wie das Wetter im Sommer wird, darum möchte ich den Sonnenschein jetzt genießen.“ Meist klappt es und wir können uns Beide am tollen Wetter erfreuen.

 

;-) Das war jetzt ein gelungener Blogartikel, der leicht von der Hand ging.  – Aber bestimmt liest ihn keiner, weil bei dem schönen Wetter alle draußen sind. ;-)


Kommentare

Die Bedenkenträger, Pessimisten, Schwarzseher — 4 Kommentare

  1. Liebe Barbara,

    gleich gehe ich hinaus in die Sonne und weil ich Deinen Blog gelesene habe, werde ich das noch mehr genießen als sonst.
    Liebe Grüße
    Silvia

  2. Zwar etwas verspätet, aber ich habe deinen Blog gelesen. Wahrscheinlich sollte die meisten Menschen versuchen positiver zu denken. Weniger Gedanken an morgen verschwenden und das hier und heute mehr geniessen.
    Lieber Gruss von Petra

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